Rhabarberbarbara

Die Geschichte von der oben Genannten und von der ihrerseits produzierten Köstlichkeit, in der auch Bärte vorkommen, die aber leiderleider dem Barbier zum Opfer fallen:

expectation

Das habe ich bei ManuEla Ritz auf facebook gefunden:

„I am not my hair. I am not this skin. I am not your expectation.
I am not my hair. I am not this skin. I am the soul that lives within“
India Arie

Gehen auf Bärten

Geht eigentlich nicht, aber bei der surrealistischen Malerin Remedios Varo Uranga ist das doch möglich.
Sie hat 1959/60(?) das Ölgemälde „Locomoción capilar“ gemalt – drei Männer laufen auf ihren Bärten eine Gasse entlang, eine Frau schwebt und wird dabei auch von einem Bart getragen, der aus einem Fenster hängt.

summender Bart

Eine sehr schnelle Bartwuchsmethode für ganz Furchtlose:
Bienenbart

stutzig

„He who trims himself to suit everyone will soon whittle himself away.“
Raymond Hull

(gefunden in einem Kommentar in Mariannas Blog. Übersetzung: „Wer sich selbst beschneidet, um allen genehm zu sein, wird sich bald selbst wegstutzen.“)

vergeblich

Vor ein paar Tagen hat mich jemand gefragt, was für mich in der Zeit, als ich gegen den Bart gekämpft habe, am schmerzlichsten war. Ich versuchte, mich an Momente zu erinnern, wo mich jemand gefragt hat, ob ich ein Mann oder eine Frau bin, an Beleidigungen, an Angst. Bei allem, was da durch mein Gedächtnis zog, war ich relativ unbeteiligt, hatte es nicht wirklich als schmerzhaft in Erinnerung und konnte beim besten Willen nicht mehr rekapitulieren, wie das damals war.

Erich Keppler / pixelio.de


Es hat eine Weile gedauert, bis der wirkliche Schmerz wieder da war. Der Schmerz des Kampfes. Täglich. Immer wieder. Haar um Haar. Jedes einzeln. Und es wurde nie weniger. Ich zupfte in mühsamer Kleinarbeit, so als würde ich Grashalme aus einer Wiese zupfen. Und doch spross es an allen Ecken und Enden weiter. Und ich wusste nicht, wofür ich das tat. Ich wusste, was ich _nicht_ erleben wollte. Ich wollte nicht gefragt werden (und irgendwie war es doch immer eine riesige Erleichterung, wenn mich jemand fragte), ich wollte nicht angeschaut werden. Aber es gab kein Ziel. Ich tat es nicht, um schön zu sein, denn auch ohne Bart fand ich mich meistens alles andere als schön. Ich tat es nicht, um etwas zu erreichen, um mein Leben besser zu machen, um glücklicher zu sein oder entspannter. Es geschah mehr als einmal, dass ich bittere Tränen weinte über diese Vergeblichkeit, darüber gerade in diesem Körper zu stecken, der tat, was er nicht tun sollte und über mich, über meine Angst, mein Allesversteckenwollen und mein Normalscheinenwollen.

Der Herr? Die Dame?

Ich bin auf dem Weg zum Jonglierkurs, steige in die Bahn, nehme den Platz in der Ecke und kann endlich Milena Mosers „Möchtegern“ weiterlesen. Ich vertiefe mich in die Welt der angehenden Schriftsteller und ihrer Begleiterin. Von der anderen Seite des U-Bahn-Wagens klingt eine undeutliche Stimme: „… neue Obdachlosenzeitung … oder eine kleine Spende … Mittagessen … neue Zeitungen. Vielleicht kann der eine oder andere … was zu essen …“ Ich tauche wieder ab, hab weder Klein- noch Großgeld dabei und will einfach nur lesen. „Sie vielleicht eine Zeitung? Die Dame? … Der Herr? … Der Herr? Die Dame?“ Er kommt näher. „Der Herr? Die Dame?“ Ich blicke auf, er schaut mich an. Er schaut weg, er schaut mich wieder an. Ich lächle. Er entschuldigt sich verlegen. Ich halte den Daumen hoch und sage „Kein Problem. Danke!“. Ein breites Lachen bleibt auf meinem Gesicht, während der Mensch in den nächsten Wagon einsteigt.