The Work

In der letzten Zeit begegnet mir immer wieder auf „The Work“ von Byron Katie.
Ich finde ihre Art, Glaubenssätze zu bearbeiten, sehr faszinierend, habe inzwischen einiges darüber gelesen und auch einige Filme bei youtube angeschaut. Ich sperre mich noch ein wenig dagegen, selbst zu worken.
Soeben hab ich’s aber getan, mit einem Satz, der mir seit heute morgen im Kopf herumspukt. Es ist ein Satz, den jemand über mich denken oder sagen könnte. Und ich habe Angst davor.
Der Satz heißt: „Meinen Bart wachsen zu lassen, ist eine total bescheuerte Idee.“

1. Ist das wahr?
Hm, ich verstehe, dass jemand das so sehen kann. Besonders jemand in einem sehr konservativen Umfeld.
Wenn die Idee (und die Umsetzung) so total bescheuert wäre, müsste es mir ja in den letzten Monaten total schlecht gegangen sein. Ist es aber nicht. Eher besonders gut.

2. Kann ich wirklich wissen, dass es eine total bescheuerte Idee ist, mir den Bart wachsen zu lassen?
Nein, natürlich nicht. Bei Marianna, bei Jennifer Miller, bei Ute Schiran, bei der bärtigen Lehrerin, von der Claus-Peter (Crossdresser-Forum) manchmal schreibt, finde ich das alles andere als bescheuert. Das passt zu diesen Frauen, sie ruhen viel mehr in sich als manches Modepüppchen, sie haben sich intensiv damit auseinandergesetzt und sind zu einem Ergebnis gekommen, das vielen Menschen nicht schmeckt. Manchen anderen dafür aber um so besser.
Nein, ich kann es nicht wirklich wissen.

3a. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
Ich würde mich viel freier bewegen. Ich wäre nicht mehr traurig wegen meiner Entscheidung. Das Leben wäre leichter und bunter, das Rausgehen wäre leichter, ich würde mich mutig fühlen und froh und in mir ruhend.

3b. Wie fühle ich mich, wenn ich denke „Meinen Bart wachsen zu lassen, ist eine total bescheuerte Idee“?
Ich bin klein. Ohnmächtig. Ein kleiner, spitzer, unendlich schwerer Stein in der Herzgegend. Ich muss mich anpassen. Ich werde das nie wirklich schaffen. Es darf nichts verändert werden. Sonst ist alles unsicher. Ich habe Angst, überhaupt irgendetwas zu probieren, mich zu blamieren, den Konventionen nicht zu entsprechen.

4. Gibt es einen Grund, der keinen Stress erzeugt, an diesem Gedanken festzuhalten?
Nein. Hm. Ich weiß nicht. Ohne Bart könnte ich manchen Menschen wieder „unter die Augen treten“. Würde ich eine liebevolle, transparente Beziehung zu diesen Leuten haben, wie ich sie mir wünsche? Eher nicht … Ich wüsste ja immer, dass sie mich nur unter bestimmten Bedingungen akzeptieren, wenn ich einen Teil von mir verstecke.

5. Umkehrungen
Meinen Bart wachsen zu lassen, ist keine bescheuerte Idee.
Meinen Bart nicht wachsen zu lassen, ist eine bescheuerte Idee. (Oha!!!)
Meinen Bart wachsen zu lassen, ist eine clevere Idee.
Mein Denken wachsen zu lassen, ist eine sehr clevere Idee. (Hej, das gefällt mir supergut. Ich werde weit und es wird viel mehr möglich, als ich je gedacht hätte!)

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