Ab wann ist Hirsutismus geheilt?

Diese Frage stellten heute zwei Internetsurfer der Suchmaschine und landeten in meinem Blog.
Ich versuche eine Antwort. Und ich bin gespannt darauf, was meine Blogleser dazu sagen – bitte fleißig kommentieren also :-) .

Als erstes wäre zu klären, was Hirsutismus ist. In den gängigen Lexika findet sich die Erklärung, dass Hirsutismus ein männliches Verteilungsmuster der Terminalhaare bei der Frau bezeichnet und anlage- oder krankheitsbedingt ist. Das heißt also, es gibt Frauen mit Hirsutismus als Krankheitszeichen, und es gibt vollkommen gesunde Frauen mit „Hirsutismus“. Sind diese Frauen dann auch krank, weil sie „zu viele“ Haare haben? Brauchen sie Heilung?

Was ist Heilung?
In der Schulmedizin wird damit das Verschwinden aller Krankheitssymptome verstanden, bis zur Wiederherstellung des Ausgangszustandes vor der Erkrankung oder dem Unfall – Schmerzen verschwinden, Verletztes wächst zusammen, Organe oder Körperteile funktionieren wieder perfekt und sehen gesund aus.

Was ist gesund in Bezug auf die Körperbehaarung der Frau? Wenn wir von dem Bild ausgehen, das wir im Kopf haben, hat eine gesunde Frau kaum Körperhaare und schon gar keine Haare im Gesicht. Eine Frau mit der Krankheit Hirsutismus wäre also dann geheilt, wenn die Haare auf immer und ewig komplett weg sind. Falls andere Symptome (unregelmäßiger Zyklus, Depressionen, tiefe Stimme oder was auch immer) vorhanden sind, wäre die dann auch geheilt.
Kann man die Menschheit auf diese Weise in männlich und weiblich, behaart und unbehaart trennen? Warum gibt es dann gesunde Intersexuelle? Warum haben hierzulande 5-10% der Frauen „zu viele“ Haare? Könnte es nicht sein, dass unsere Vorstellung von der gesunden Frau total verquer ist und geheilt werden kann?

Wenn es so wäre, dass die Übergänge fließend sind, dass es Männer und Frauen und viele Erscheinungsformen dazwischen gibt – dann würde Heilung für eine gesunde Frau mit starkem Haarwuchs bedeuten, dass sie sich selbst annimmt, wie sie ist, ihre ganz eigene Schönheit entdeckt und sich nicht mehr von anderen vorschreiben lässt, wie sie auszusehen hat.

3 Antworten

  1. Ich tendiere eher auf zweiteres. Der Mensch ist imGrunde genommen bloss ein Säugetier, ausgerichtet auf das Leben in der Natur. Der „Pelz“ hat sich weitgehend zurück gebildet, bleibt uns jedoch noch erhalten als leichte Körperbehaarung. Ich finde es einigermassen seltsam, es als eine „Krankheit“ zu bezeichnen, wenn ein Mensch ein wenig mehr Körperbehaarung besitzt als ein anderer. (Ich war letzthin beim Frauenazt, welcher mir diverse Mittelchen und Salben aufbrummen wollte, aus der Überzeugung, ich habe „zu viele“ Haare. Mich persönlich stört es jedoch kaum, man kommt dagegen an mit einer Pinzette, einem Epilier-Gerät o.ä.) Weshalb sollte man sich solchen psychischen Stress bereiten, aus rein körperlichen Gründen? Frauen werden eher charakterlich beurteilt, weniger körperlich (selbstverständlich gibt es auch andere Überzeugungen – aber seien wir mal ehrlich: Worauf basiert denn eine Beziehung überhaupt, wenn man sich bloss körperlich attraktiv findet?)

    Anyway: In verschiedenen Kulturen wird das Thema „Behaarung“ völlig unterschiedlich wahrgenommen. „Heilung“ ist in diesem Zusammenhang ein seltsamer Begriff. Jedenfalls wenn es eine natürliche Überbehaarung ist. Der Normalzustand verlangt keine „Heilung“. Anders verhält es sich bei einer krankheitsbedingten Überbehaarung. Wenn eine Frau Medikamente einnimmt, welche dies als Nebenwirkung mit sich bringen und den Organismus der Frau soweit verwirren, dass er dauerhaft gestört ist. In diesem Fall sind auch ähnlcihe Auswirkungen denkbar wie bsp.: Zyklusstörungen etc., was unbedingt behandelt gehört…

  2. Hallo ich habe Hirsutismus und es ist sehr Interesant diese sachen zu lesen.Aber erlich es ist sehr schwer damit unzugehen wenn man es hat. Man fühlt sich sehr schlecht obwohl man ja niemanden etwas getan hat,ist es immer das gleiche man kann sich von denn Blicken nicht mehr retten .Das ist sehr lästig .

  3. Hi Maria,

    Freut mich, dass meine Texte für dich interessant sind.
    Vielleicht ist es am Anfang nicht ganz leicht, das zu akzeptieren – wie du dich fühlst, entscheidest ganz allein du. Wenn du zu dir stehst und deine Gefühle wahrnimmst und nicht mehr weg haben willst, wird es immer leichter mit dem Glücklichsein. Das ist jedenfalls meine Erfahrung nach inzwischen fast einem halben Jahr mit Bart.
    Bis jetzt war es nicht leicht für dich mit deiner Behaarung umzugehen und du fühltest dich oft sehr schlecht. Was kannst du heute anders machen als bisher, um dich gut zu fühlen? Das kann auch was ganz Kleines sein – eine Duftkerze anzünden, etwas lesen oder ansehen, was dich zum Lachen bringt, etwas total Liebes schreiben und per Email oder Post an dich selbst schicken, mit jemand reden, der/die/das dir gut tut, eine Fußmassage, eine schöne Musik …

    Ganz lieber Gruß und DU BIST ES WERT, DASS ES DIR GUT GEHT.
    Lisa

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